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Dialogreihe "Alpenflüsse - Gestern.Heute.Morgen?"

Dialog 2/5 am 20. Oktober 2016: "Perspektiven für die Zukunft"

"Perspektiven für die Zukunft" - Zweiter Dialog des Hotspot-Projekts Foto: marima-design / Fotolia.com

Die vollständige Dokumentation der Veranstaltung  finden Sie hier voraussichtlich ab Dezember 2016.

Beim zweiten Dialog der Reihe „Alpenflüsse – Gestern. Heute. Morgen?“ ging es – anders als beim Auftakt vor einem Jahr – bereits um konkrete Ziele. Nach Flüssen sortiert wurden an Themeninseln die Ergebnisse vorgestellt, die Fachleute aus Landschaftsschutz und Wasserwirtschaft im Vorfeld in Workshops erarbeitet hatten. Über fast alle der bereits vorformulierten Ziele herrschte bei den Dialogteilnehmern Einigkeit.

Beispiele zu Isar, Loisach, Lech und Ammer

Für die Isar forderten die Fachleute beispielsweise, dass ausreichend Totholz und Geschiebe für natürliche Umlagerungen im Flussbett zur Verfügung stehen oder dass die Restwassermengen für eine natürliche Flussentwicklung ausreichen. Kontrovers diskutiert wurden die Ziele, die landwirtschaftliche Nutzung zu extensivieren und die Anzahl privater Boote auf dem Gewässer zu reduzieren. Allerdings stimmten die meisten beiden Vorschlägen zu.

Große Zustimmung gab es für viele Ziele, die den Lech betreffen: den Fluss für Wasserlebewesen zu einem durchgehend attraktiven Lebensraum zu machen, den Betrieb von Wasserkraftwerken am Lech mittelfristig nach ökologischen Gesichtspunkten umzugestalten und die wertvollen flussnahen Lebensräume im Lechtal durch Biotop-Brücken miteinander zu verbinden. Außerdem sollen die Identifikation mit dem Lech und das ökologische Verantwortungsbewusstsein erhöht werden. Kontrovers diskutierten die Teilnehmer die „touristische Erlebbarkeit des Lechs“, zu der es auch kritische Stimmen gab.

Ähnlich waren die Meinungen bei der Ammer. Für das Ammerdelta wollten die Befragten nicht pauschal das Ziel „Naturschutz vor touristischer Nutzung“ stehen lassen. Eine Mehrheit war dafür, wieder bevorzugt Auwälder zum Schutz vor Hochwasser zu nutzen, die Wälder naturnäher zu bewirtschaften und das Ammergebiet wieder für Wildtiere attraktiver zu machen. Einig waren sich alle in einem Punkt: Die Ammer und ihre Seitengewässer sollen wieder flussauf- und abwärts für Wasserlebewesen durchgängig gemacht werden.

Rege Diskussionen gab es über die Zukunft der Loisach. Sie reichten von Maßnahmen an den hochwertigen Streuwiesen zwischen Murnau und Kochelseemoos, denen bestehende Besitzverhältnisse entgegenstehen, über den Schutz des Bibers bis hin zum geplanten Kraftwerksbau im FFH-Gebiet in Großweil.


Eingebettet ist die Dialogreihe in das seit 2014 laufende groß angelegte Verbundprojekt „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“, das die Alpengewässer für sechs Jahre in den Fokus nimmt. An dem Projekt beteiligt sich eine Vielzahl von Kooperationspartnern aus Naturschutz, kommunalen Gebietskörperschaften, Wirtschafts- und Sozialpartnern. Gefördert wird es vom Bundesamt für Naturschutz und vom Bayerischen Naturschutzfonds. Als aktiver Verbundpartner begleitet der Bezirk Oberbayern bis 2019 das Projekt mit der Dialogreihe. Weitere Informationen unter www.alpenflusslandschaften.de.


Programm

14 Uhr
Begrüßungskaffee
Informationsstände zum Hotspot-Projekt

Grußworte
Michael Asam | Stellv. Bezirkstagspräsident von Oberbayern
Pater Karl Geißinger | Rektor des Zentrums für Umwelt und Kultur

Einführungsvortrag
„Alpenflüsse – zwischen Bedrohung und Begeisterung“
Alfred Ringler | Diplom-Biologe, Landschaftsökologe und Mediator
  
Fluss-Positionen
Standpunkte und Interessenslagen zur weiteren Entwicklung von
Isar, Loisach, Ammer und Lech:
  • Josef Schuster, Bürgermeister der Gemeinde Burggen
  • Franz Sindlhauser, Landwirt aus Benediktbeuern
  • Bernhard Müller, Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt Weilheim
  • Dr. Johann Sachmann, Uniper, Leiter Kraftwerksgruppe Lech
  • Joachim Kaschek, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
  • Heiko Fröhlich, Geschäftsführer Montevia GmbH, gewerblicher Bootstourenanbieter in Lenggries
Pause
 
Fluss-Dialog
Marktplatz mit Themen-Inseln: Vorstellung und Diskussion von
Ideen für die weitere Entwicklung der vier Alpenflüsse

Vorstellung der Ergebnisse der Themen-Inseln und Ausblick

19.30 Uhr
Ausklang mit kleinem Imbiss

Moderation: Wolfgang Suske

Wolfgang_Suske_Web Wolfgang_Suske_Web
Der gebürtige Wiener Wolfgang Suske (Jahrgang 1963) studierte Landschaftsökologie an der Universität für Bodenkultur in Wien und war danach in der niederösterreichischen Landesverwaltung im Bereich Naturschutz mit Schwerpunkt Vertragsnaturschutz tätig. Seit 2005 leitet er das Beratungsunternehmen „suske consulting“, das auf die Bereiche Natura 2000, Kommunikation und ländliche Entwicklung spezialisiert ist. Als Kommunikations- und Naturschutzexperte begleitet er öffentliche und private Institutionen bei der Strategieerstellung und ist ein gefragter Moderator – angefangen von Arbeitsgruppen bis hin zu umfangreichen Partizipationsprozessen. Seine Erfahrungen im angewandten Naturschutz gibt er als Universitätslektor an Studierende weiter.

Einführungsvortrag: Alfred Ringler

Alfred Ringler
Alfred Ringler (Jahrgang 1946) studierte von 1967 bis 1971 Biologie und Chemie an der LMU München. Nach Biotop-Kartierungen am Lehrstuhl für Landschaftsökologie der TMU (Prof. Haber) wirkte er bei der Neueinrichtung des Naturschutzgebietes Ammergebirge sowie der Almplanung im Alpenpark Berchtesgaden mit. Ab 1977 war Ringler Projektleiter am Alpeninstitut München. Von 1983 bis 1998 leitete er das Landschaftspflege-Konzept Bayern für das Bayerische Umweltmisteriums. Er initierte 1995 die Neugründung der Projektgruppe Landschaft + Artenschutz, die seit 2007 in Rosenheim sitzt. Unter vielen anderen Studien und Projekte enstand in dieser Periode unter anderem ein "Entwicklungsleitbild Obere Isar". Alfed Ringler ist zudem Autor zahlreicher Bücher ("Almen und Alpen") und Verfasser einer Dokumentation zum Landschaftswandel an voralpinen Flüssen.

Impressionen der Veranstaltung

Highslide JS
Perspektiven für die Zukunft: Impressionen vom zweiten Dialog »Alpenflüsse - Gestern. Heute. Morgen?« im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern.
Highslide JS
Perspektiven für die Zukunft: Impressionen vom zweiten Dialog »Alpenflüsse - Gestern. Heute. Morgen?« im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern.
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Perspektiven für die Zukunft: Impressionen vom zweiten Dialog »Alpenflüsse - Gestern. Heute. Morgen?« im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern. Mit der Dialogreihe begleitet der Bezirk Oberbayern als aktiver Verbundpartner das bis 2019 laufende Verbundprojekt »Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze«, das vom Bundesamt für Naturschutz und vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert wird.
Highslide JS
Perspektiven für die Zukunft: Impressionen vom zweiten Dialog »Alpenflüsse - Gestern. Heute. Morgen?« im Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern.



Impressionen der Veranstaltung als PDF (2 MB)