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Kategorie: Gesundheit
24.05.2017

Gelungener Start

Krisendienst Psychiatrie hilft in Region Rosenheim mit rund 110 Krisengesprächen bei seelischen Notlagen

100 Tage nach seiner Einführung zieht der Krisendienst Psychiatrie für Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Mühldorf und Traunstein eine erste positive Bilanz. Seit 1. Februar 2017 gab es rund 110 Krisengespräche in der Region. Mit Hilfe psychosozialer Beratung und Hausbesuchen ließ sich in den meisten Fällen eine Zuspitzung seelischer Notlagen vermeiden.

Der Krisendienst Psychiatrie steht für schnelle, wohnortnahe und unbürokratische Hilfe für Menschen in seelischen Notlagen. „Die hohe Nachfrage hat uns selbst überrascht“, gestand der Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpDi) der Caritas Rosenheim, Siegfried Zimmermann, bei einem Pressegespräch. Unter der Nummer 0180 / 655 3000 erreichten die Leitstelle des Krisendienstes Psychiatrie aus der Region Rosenheim mit den vier umliegenden Landkreisen seit dem Start 340 Anrufe.

Dabei ging es meist um Krisen, die durch anhaltende familiäre und berufliche Konflikte ausgelöst wurden, sowie Notlagen, deren Ursache eine Depression oder Psychose war oder bei denen Gewalterfahrungen oder Unfälle für eine Zuspitzung sorgten. „Das zeigt, es gibt auch ein Krisengeschehen auf dem Land“, erklärte der Gebietskoordinator für den Krisendienst in Südost-Oberbayern, Hermann Däweritz. Rund 80 Prozent der Fälle konnten die Einsatzteams telefonisch klären und deeskalieren. „Es kam zu keiner Zwangseinweisung“, so Däweritz.

Diesen gelungenen Auftakt nutzten die Beteiligten zur weiteren Verbesserung des Hilfsangebotes. Chefarzt Peter Zwanzger vom kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg am Inn und Gebietskoordinator Däweritz unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung. Sie sieht vor, dass Menschen in psychiatrischen Notlagen innerhalb von 24 Stunden einen ambulanten fachärztlichen Beratungstermin in einer wohnortnahen Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) erhalten. Damit ist die Praxis, die in den vergangenen Monaten bereits gelebt wurde, nun auch schriftlich fixiert.

Seit dem Start des Krisendienstes im Südosten Oberbayerns haben bereits 15 Menschen durch die regionale PIA ambulante ärztliche Hilfe erhalten. Laut Chefarzt Zwanzger ist diese frühe medizinische Beratung besonders wichtig. „Damit lässt sich meist vermeiden“, so der Psychiater, „dass sich eine seelische Erkrankung zuspitzt oder chronisch wird“. Er appellierte deshalb an die Betroffenen: „Warten Sie nicht zu lange. Je eher Sie sich Hilfe holen, desto besser.“

Der Bezirk Oberbayern finanziert den Krisendienst Psychiatrie mit rund 7,4 Millionen Euro pro Jahr. Derzeit baut er das Angebot in Zusammenarbeit mit der freien Wohlfahrtspflege auf. Der Krisendienst Psychiatrie ist bereits in ganz Oberbayern mit Ausnahme der Region Ingolstadt erreichbar; Ingolstadt mit den drei umliegenden Landkreisen kommt im Herbst 2017 in das bundesweit einmalige Krisennetzwerk.

Weitere Informationen für die Medien bei Constanze Mauermayer
Telefon: 089 2198 90011
E-Mail: Constanze.Mauermayer@bezirk-oberbayern.de
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Pressestelle: Stellvertretende Leitung, Soziales
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