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Geschichte des Bezirks Oberbayern

Geschichte Ausschnitt aus einer Landkarte von Bayern aus dem 19. Jahrhundert
Bild: public domain
Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zur Geschichte Bezirks Oberbayern

1808: Die „Kreise” entstehen

Die 1808 von Maximilian Graf von Montgelas verfasste Konstitution des Königreichs Bayern gleicht dessen Territorialeinteilung dem französischen Vorbild an. In ihr wird die Bildung von Kreisvertretungen festgeschrieben. Montgelas gliedert Bayern in fünfzehn nach Flussnamen bezeichnete Kreise. Diese Kommunalvertretungen nehmen ihre Arbeit jedoch nicht auf. Die Bezeichnung „Kreise” behalten die sieben historischen Landesteile bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, erst dann wird von „Bezirken” gesprochen.

1828: „Gesetz die Einführung der Landräthe betreffend”

Am 15. August 1828 legt König Ludwig I. mit dem „Gesetz die Einführung der Landräthe betreffend“ den Grundstein für das spätere Kommunalparlament. Im Dezember werden die sieben bayerischen Regierungen durch den König angewiesen, die Wahlen zur Bildung der „Landräthe” vornehmen zu lassen.

1829: Die erste „Landrathsperiode”

Georg Ludwig von Maurer Georg Ludwig von Maurer
Vom 7. bis 17. Dezember 1829 findet in München die erste Versammlung der 27 Mitglieder des oberbayerischen Landrats statt. Zum ersten Präsidenten wird der Universitätsprofessor und spätere bayerische Außen- und Justizminister Georg Ludwig von Maurer gewählt.

1837: Die „Kreise” erhalten einen neuen Namen

Im Laufe der Zeit reduziert sich die Zahl der ursprünglich fünfzehn Kreise auf sieben. Auch die Bezeichnung ändert sich. Statt an Flussnamen orientieren sich die Kreise jetzt an den Namen der Stämme: Ober- und Niederbayern, Oberpfalz, Ober-, Mittel- und Unterfranken und Schwaben.

1852: „Gesetz, die Landräthe betreffend”

Durch das „Gesetz, die Landräthe betreffend“ vom 28. Mai 1852 wurde die Kreisgemeinde als Körperschaft konstituiert. Sie ist zwar immer noch vom König abhängig, kann aber jetzt selbstständig Geschäfte abschließen und eigene Bedienstete anstellen. Es entfaltet sich eine äußerst fruchtbare Tätigkeit, die sich z.B. in der Gründung der Kreisirrenanstalten oder dem Engagement im Mittelschulwesen zeigt.

1859: Gründung von Kreisirrenanstalten beginnt

Mit der Eröffnung der Oberbayerischen Kreisirrenanstalt in München übernimmt der Kreis die Verantwortung für die Versorgung der psychisch Kranken in der Region. 1905 wird die Anstalt durch die neuerbaute Heil- und Pflegeanstalt Eglfing ersetzt. Weitere Anstalten werden gegründet: 1883 in Gabersee und 1912 in Haar.

1877: Errichtung von Realschulen

Die vom Kreis getragenen Gewerbeschulen in München, Freising, Ingolstadt und Traunstein werden 1877 zu Realschulen umgewandelt, später werden diese zu Oberrealschulen. Bis 1918 werden vier weitere Realschulen in München sowie in Freising, Ingolstadt, Landsberg, Rosenheim, Traunstein, Wasserburg und Weilheim errichtet oder vom „Kreis” wesentlich unterstützt.

1914: Armengesetz

Mit dem bayerischen Armengesetz vom 21. August 1914 wird den Landarmenverbänden die Sozialhilfe für „anstaltsbedürftige Geisteskranke” als Aufgabe übertragen. Hieraus entwickelt sich die heutige Aufgabe der Bezirke als Träger der überörtlichen Sozialhilfe.

1919: Bayerisches Selbstverwaltungsgesetz

Am 22. Mai 1919 erhalten die „Kreise” mit dem bayerischen Selbstverwaltungsgesetz ihren heutigen Rechtsstatus als Gebietskörperschaften. Fast gleichzeitig wird ein neues Wahlgesetz erlassen. Das Ständewahlrecht wird durch allgemeine, freie, gleiche, geheime und direkte Wahlen nach dem Verhältniswahlrecht ersetzt.

1924: „Gesetz über Notmaßnahmen für die Kreisgemeinden”

Dem in große finanzielle Not geratenen Kommunalparlament wird durch die Verstaatlichung der Schulen auf Basis des „Gesetzes über Notmaßnahmen für die Kreisgemeinden“ der Unterhalt des Schulwesens und die Besoldung des Lehrkörpers abgenommen.

1933 - 1945: Gleichschaltung und Ende der Selbstverwaltung

Der letzte demokratisch gewählte Kreistag wird nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 beseitigt. Die Selbstverwaltung der ab 1938 so genannten „Bezirksverbände” wird vollständig aufgehoben. Mit dem Kriegsende erlöschen alle Funktionen der Bezirksorgane.

1946: Bezirksbeiräte werden eingerichtet

Nach dem Krieg werden im Jahr 1946 die so genannten Bezirksbeiräte eingerichtet. Sie setzen sich aus Vertretern politischer Parteien, aus Wohlfahrts- und Berufsverbänden sowie aus Vertretern der unmittelbaren Städte und Landkreise zusammen. Sie haben jedoch nur eine beratende Funktion.

1953: Vorläufige Bezirkstage

Am 27. Juli 1953 wird vom Bayerischen Landtag die Bezirksordnung für den Freistaat Bayern beschlossen. Vorläufige Bezirkstage werden eingesetzt.

1954: Erste Wahl eines oberbayerischen Bezirkstags

Nach der Wahl am 28. November 1954 treten am 1. Dezember die neu gewählten Bezirkstage zusammen. Die aus freien Wahlen hervorgegangene kommunale Selbstverwaltung der Mittelstufe konstituiert sich.

1978: Bezirksreform

Am 28. Mai 1978 tritt das „Gesetz zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung auf der Ebene der Bezirke” in Kraft. Die Bezirke erhalten damit erstmals in ihrer Geschichte eine rechtlich eigenständige Verwaltung. Der Bezirkstagspräsident vollzieht die Beschlüsse und vertritt den Bezirk nach außen.

1979: Verband der bayerischen Bezirke

Die sieben bayerischen Bezirke schließen sich 1979 zu einem kommunalen Spitzenverband zusammen.

1997: Eigenes Verwaltungsgebäude

Im Frühjahr erhält der Bezirk Oberbayern, der bis dahin seinen Sitz im Gebäude der Regierung von Oberbayern hatte, in der Prinzregentenstraße 14 im Münchner Stadtteil Lehel ein eigenes Haus.

2001: Die bayerischen Bezirke als dritte kommunale Ebene gestärkt

Eine Anhörung zur Reform der Bezirke im Bayerischen Landtag im Jahr 2001 bringt noch keine Reform-Entscheidungen. Es wird jedoch betont, dass die Bezirke erhalten bleiben.

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